03.07.2011 - 15:51:48 - V1.0.2.156 - v2.0.50727

Pädagogische Arbeit und Zielsetzung

Erziehungsziele sind Leitnormen für den Erziehungsprozess im Hinblick auf wünschenswerte Verhaltensweisen, Kenntnisse, Wertorientierungen, sowie Ausdrucksformen des Denkens und Fühlens. Unsere Arbeit als pädagogisches Team besteht darin, Impulse zu setzen, Informationen und Hilfestellungen zu geben, Rollenspiele anzuregen, zu motivieren oder auch zu bremsen, Spielpartner zu sein und zu trösten.Durch diese Anleitung zum kreativen und konzentrierten Spielen (Lernen) ist die ganzheitliche Förderung der Kinder ermöglicht. Die Villa Kinderbunt ist ein Ort, der ohne Hektik und den Leistungsdruck unserer Zeit den Kindern einen Schonraum bietet, in dem sie sich frei entfalten können. Spiel steht im Mittelpunkt des Erziehungs- und Bildungsgeschehens im Kindergarten. Unser Ziel ist es, Ihrem Kind eine Atmosphäre zu schaffen, in der es sich angenommen und wohl fühlt, sowie den Erwerb von Basiskompetenzen zu unterstützen und zu  fördern. Sie sind wichtiger Bestandteil der Entwicklung und Erziehung eines Kindes.

1. Basiskompetenzen
Basiskompetenzen beinhaltet Fähigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen, Umgang mit Gefühlen, kritisches Denken, Entscheidungsfindung, Handlungskompetenz, Selbstwahrnehmung, Selbstbehauptung, Widerstand gegenüber Gruppendruck, Umgang mit Stress und Angst sowie Frustrationstoleranz.

2. Selbstkompetenz
Selbstkompetenz beinhaltet das Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl, die Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie das Durchsetzungsvermögen eines Kindes. Wir wollen dazu beitragen, dass sich unsere Kinder für wertvoll halten und mit sich selbst zufrieden sind. Das Selbstwertgefühl stärken wir durch die Wertschätzung eines jeden Kindes.
So können diese ein positives Bild von sich selbst entwickeln und betrachten sich als liebenswert und geliebt, als auch als lern- und leistungsfähig. Zudem schaffen wir für die Kinder Freiräume und Mitbestimmungsmöglichkeiten. Dadurch lernen sie, ihre eigene Meinung zu bilden, Aufgaben zu übernehmen und Probleme selbstständig zu meistern. Selbstwertgefühl ist eine wichtige Voraussetzung für Leistungs- und Durchsetzungsfähigkeit!

3. Kognitive Kompetenz
"Die Lust am Lernen, am Wahrnehmen und Verstehen ist eine der ersten fundamentalen Erfahrungen, die sich das Kind alleine, mit Gleichaltrigen oder Erwachsenen erhofft." Wir geben den Kindern die Möglichkeit, alle ihre Sinne zu nutzen, um zahlreiche Eindrücke zu sammeln. Dies geschieht durch vielfältige Angebote, wie z. B. Experimente, Gespräche oder Exkursionen. Differenzierte Wahrnehmung befähigt dazu, Beobachtungen und Erfahrungen zu ordnen, zu unterscheiden und beschreibend zu wiederholen. Dabei können sich die Kinder altersgemäße Kenntnisse aneignen, das logische Denken wird gefördert und das Gedächtnis trainiert. Durch Freiräume im sprachlichen, musikalischen und künstlerischen Bereich regen wir die Kinder auch zu kreativem Tun an. Lernen wird für die Kinder lustvoll, wenn Sinnzusammenhänge für die Kinder erfahrbar werden!

4. Körperliche Kompetenz
Wir geben den Kindern viele Möglichkeiten zur körperlichen Betätigung, z. B. durch Bewegungsbaustellen, Turnstunden oder das Spielen im Garten. So können sie ihren Bewegungsdrang ausleben, körperliche Fitness ausbilden und den Körper beherrschen lernen. Die Kinder erfahren in unserem vielseitig gestalteten Tagesablauf körperlich und geistig anstrengende pädagogische Angebote wie auch solche, bei denen sie sich wieder entspannen können. So lernen die Kinder, Stress zu bewältigen. Wir bieten den Kindern auch die Möglichkeit, grundlegende Hygienemaßnahmen, wie z. B. das Waschen der Hände nach dem Toilettengang, selbständig zu erlernen. Für die Entwicklung jedes Kindes ist es wichtig, motorische Kompetenzen zu erwerben, damit es Verantwortung für die eigene Gesundheit und körperliches Wohlbefinden übernehmen kann!

5. Soziale Kompetenz
Dazu gehört die Kontaktfähigkeit, Konfliktbewältigung sowie die eigenen Interessen, Bedürfnisse und Wünsche äußern zu können. Die Kinder haben bei uns die Gelegenheit, Beziehungen aufzubauen, die durch Sympathie und gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Kinder nehmen gern spielerisch verschiedene Rollen ein. Um zu lernen, wie andere Menschen sich verhalten und fühlen, bieten wir den Kindern Möglichkeiten für Rollenspiele, z. B. in der Familienecke oder im Bauplatz. So können sie das Verhalten von anderen Kindern und Erwachsenen besser verstehen. Auch für das Erlernen von Konfliktlösungsmethoden sind Rollenspiele sehr geeignet. Die Kinder erfahren wie man die Verschärfung von Konflikten verhindert, wie man Kompromisse eingeht und vieles mehr! Dabei lernen sie auch, altersgemäß zu kommunizieren und Gestik und Mimik angemessen einzusetzen. Kommunikationsfähigkeit ist eine der wichtigsten Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft!

6. Entwicklung von Normen und Werten
In der frühen Kindheit werden Werte und Normen verinnerlicht, die das ganze spätere Leben prägen können. Wir vermitteln den Kindern christliche und andere verfassungskonforme Werte und prüfen mit ihnen, welche Bedeutung sie für das eigene Verhalten und Erleben haben. In unserer multikulturellen Einrichtung treffen sich Kinder und Erwachsene aus verschiedensten Kulturkreisen. Jedes Kind soll sich bei uns als einzigartiges Individuum erleben, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit. In einer welt- und wertoffenen Gesellschaft ist es unabdingbar, dass Kinder offen auf andere Personen mit deren Werten, Sitten und Einstellungen zugehen.

7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme
Die Kinder lernen bei uns, dass sie selbst für ihr Verhalten und Erleben verantwortlich sind. Hierfür ist es auch wichtig, dass sie Sensibilität für alle Lebewesen und die natürlichen Lebensgrundlagen entwickeln. So lernen die Kinder, inwieweit sie selbst etwas zum Schutz der Umwelt und zum schonenden Umgang mit ihren Ressourcen beitragen können.

8. Kreativitäts- und Kommunikationserziehung
Es ist uns wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr Umfeld aktiv wahrzunehmen und vor allem zu begreifen. Kinder erfahren ihre Welt durch Eigenaktivität, und ihr Wissen basiert zum größten Teil auf selber gemachten Erfahrungen bei einer unmittelbaren Begegnung mit Gegenständen, Objekten, Menschen, Tieren und Situationen. Wenn das Kind selber forschen, experimentieren und entdecken kann, dann bietet dies die besten Erfolge beim Lernen. Bei uns entdecken die Kinder die Freude am kreativen Tun, indem wir Ihnen die Chance geben, verschiedene Materialien (Kleber, Schere, Papier, Farben, etc...) zu verwenden und damit zu experimentieren. Wir versuchen – soweit wie möglich – die Kinder bei Entwürfen mit einzubeziehen (z. B. großes Wandbild). Dabei wird natürlich auch auf die Wünsche und Interessen der Kinder geachtet. Da wir auf Schablonenarbeit weitgehend verzichten, sind die Aktionen zum Teil mit mehr Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Die Kinder planen, konstruieren und kommunizieren selbstständiger, wodurch uns der Entwicklungsstand transparenter wird. Da die Sprache im Kindergarten ein sehr wichtiges Instrument ist, achten wir sehr darauf, sie im Miteinander zu fördern. Für ein Kind ist es sehr wichtig, sich im Alltag mitteilen zu können und verstanden zu werden (z. B. "Hilf mir beim Anziehen"). Um mit anderen in Kontakt treten zu können, benutzt ein Kind die Sprache als Mittel, wie auch um innere Abläufe und Empfindungen zu äußern. Beim Singen, bei Bewegungsspielen und beim Betrachten von Bilderbüchern können sie all ihre Wünsche ausleben. Da wir täglich einen Stuhlkreis machen, können sich auch dort die Kinder mit ihren Eindrücken und Erlebnissen untereinander austauschen und mitteilen.

9. Ernährung und Gesundheitserziehung
Für die körperliche und geistige Entwicklung ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Die wichtigste Mahlzeit am Tag ist das Frühstück. Deshalb achten wir bei der Zusammenstellung der "Brotzeit" auf Vollkornprodukte, Obst, Joghurt und Gemüse. Wir reichen den Kindern keine Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten. Ausnahmefälle sind Feste oder Geburtstage, an denen Ihr Kind auch Eis oder Kuchen mitbringen darf. Wir achten darauf, dass unsere Kinder viel zu trinken bekommen; deshalb stehen ihnen während des gesamten Tagesablaufs zuckerfreie Getränke zur Verfügung. Das Frühstück wird täglich mit den Kindern zusammen zubereitet, und natürlich gemeinsam gegessen. Das Mittagessen beziehen wir von einem Cateringservice, der speziell für Kindereinrichtungen kocht. Auch diese Mahlzeit ist gesund und vitaminreich und schmeckt den Kindern.

10. Bewegungs- und Sexualerziehung
In einer Zeit zunehmender Bewegungsarmut müssen wir besonders dem Kind sein ursprüngliches Recht auf Bewegung und Spiel sichern. Beim Laufen, Springen, Klettern, Schaukeln, Ball spielen und Turnen etc. erlebt das Kind seine vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten sowie auch Chancen, seine Umgebung zu erleben. Rhythmik und Musik sind ebenso Bestandteil unserer Pädagogik. Beide motivieren die Kinder.Die gezielte Einübung einzelner Lieder oder Übungen dient unter anderem dazu, Geschicklichkeit, Grob- und Feinmotorik, Körper und Rhythmusgefühl zu erlernen. Falls Fragen zum Thema Körper/ Sexualität von den Kindern gestellt werden, weichen wir nicht aus, sondern bemühen uns, sie kindgerecht zu beantworten. Unterstützend dabei ist Literatur zu diesen Themen wie „ Mein Körper gehört mir“. Gemeinsam mit einer Erzieherin können dann daran die verschiedenen Punkte erörtert werden.

11. Freispiel
"Freispiel" bedeutet für uns Erzieherinnen die Bereitstellung von (Spiel-) Material und Schaffung einer angenehmen Atmosphäre. Sobald die Erzieherin mitspielt, vorliest o.ä. ist es ein gelenktes Spiel. Beide Formen sind gleich wichtig und werden je nach Situation angewandt (situationsorientierter Ansatz). Lernen im Alltag nimmt bei uns einen hohen Stellenwert ein, da dies vielfältige Lernmöglichkeiten bietet. Die Angebote sind freiwillig und jedes Kind kann entscheiden, ob es daran teilnehmen möchte. Um Kinder besser einschätzen zu können und ihre Vorlieben zu kennen, setzt das bei uns voraus, Kinder gut zu beobachten. Daraus kann man abschätzen, wann Nachgiebigkeit und wann Konsequenz erforderlich sind. Kinder, die passiv sind, können durch langsames Hinführen ermuntert werden, indem die Erzieherin bei der Stärke des Einzelnen beginnt. In Ausnahmefällen (bei Kindern, die nur mit Anleitung eines Erwachsenen zum Spiel kommen) scheint ein freiwilliger Zwang nötig, wenn dadurch ermöglicht wird, dem unsicherem Kind z. B. Erfolgserlebnisse zu verschaffen, zu denen es sonst nicht gelangt wäre. Warum sind wir für ein offenes Freispiel? Kinder lernen selbst zu entscheiden, andere Kinder kennen zu lernen (Sozialkompetenz), vielfältige Spielangebote nutzen zu können. Wie frei dürfen die Kinder in unserem Kindergarten spielen? Größtmögliche Freiheit, der Reife entsprechend, das ist uns wichtig. In jeder Alterstufe verändert sich das Interesse für die angebotenen Spiele. Offenes Freispiel heißt für uns, dass die Kinder die Zimmer und Spiele frei wählen können. Die Aufgaben der Erzieherinnen während des Freispiels sind vielfältig:

  • Beobachten
  • Angebote machen (Basteln, Vorlesen, etc...)
  • Konfliktlösungen unterstützen
  • Spielpartner sein
  • Schaffen einer angenehmen Atmosphäre
  • Ganzheitliches Lernen der Kinder ermöglichen
  • Bezugsperson sein
  • Größtmögliche Freiheit für die Kinder schaffen  

12. Beispiel für die Umsetzung unserer pädagogischen Arbeit
Beispiel Frühstück:
Gemeinsam mit den Kindern setzen wir uns in einem Besprechungskreis zusammen und erörtern, was wir für unser Frühstück haben möchten und brauchen und entscheiden dann, welche Vorgehensweise wir wählen. Anschließend gehen wir mit den Kindern in die naheliegenden Geschäfte, um die für das Frühstück notwendigen Lebensmittel einzukaufen. Dabei bieten wir den Kindern beim Einkauf lediglich Hilfestellung. Am nächsten morgen bereiten die Kinder das Frühstück (z. B. Brote, Müsli, Kaba und Weißbrot) zu, dabei achten wir auf die Hygiene. Sie schneiden Gurke, Paprika, dekorieren Wurstteller, Obstteller, Brotteller usw. Für die Kleinen werden die Brote von den Kindern bereits geschmiert, belegt und dekoriert. Beim Tischdecken sowie abräumen helfen alle Kinder recht fleißig mit, die Großen geben den Kleinen Hilfestellung und Unterstützung. Die Kinder benennen die Lebensmittel, welche sie gewählt haben. Wir sprechen während der Zu-, Vor- und Nachbereitung der Mahlzeit über die Herkunft, Geschmacksrichtung und Eigenschaften der Speise.