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Pädagogische
Arbeit und Zielsetzung
Erziehungsziele sind
Leitnormen für den Erziehungsprozess im Hinblick auf wünschenswerte
Verhaltensweisen, Kenntnisse, Wertorientierungen, sowie Ausdrucksformen des
Denkens und Fühlens. Unsere Arbeit als pädagogisches Team besteht darin,
Impulse zu setzen, Informationen und Hilfestellungen zu geben, Rollenspiele
anzuregen, zu motivieren oder auch zu bremsen, Spielpartner zu sein und zu
trösten.Durch diese Anleitung zum kreativen und konzentrierten Spielen (Lernen)
ist die ganzheitliche Förderung der Kinder ermöglicht. Die Villa Kinderbunt ist
ein Ort, der ohne Hektik und den Leistungsdruck unserer Zeit den Kindern einen
Schonraum bietet, in dem sie sich frei entfalten können. Spiel steht im
Mittelpunkt des Erziehungs- und Bildungsgeschehens im Kindergarten. Unser Ziel
ist es, Ihrem Kind eine Atmosphäre zu schaffen, in der es sich angenommen und
wohl fühlt, sowie den Erwerb von Basiskompetenzen zu unterstützen und zu
fördern. Sie sind wichtiger Bestandteil der Entwicklung und Erziehung eines
Kindes.
1.
Basiskompetenzen
Basiskompetenzen beinhaltet Fähigkeiten wie
Kommunikationsfähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen, Umgang mit Gefühlen,
kritisches Denken, Entscheidungsfindung, Handlungskompetenz, Selbstwahrnehmung,
Selbstbehauptung, Widerstand gegenüber Gruppendruck, Umgang mit Stress und
Angst sowie Frustrationstoleranz.
2. Selbstkompetenz
Selbstkompetenz beinhaltet das Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl,
die Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie das Durchsetzungsvermögen eines Kindes.
Wir wollen dazu beitragen, dass sich unsere Kinder für wertvoll halten und mit
sich selbst zufrieden sind. Das Selbstwertgefühl stärken wir durch die
Wertschätzung eines jeden Kindes.
So können diese ein positives Bild von sich selbst entwickeln und
betrachten sich als liebenswert und geliebt, als auch als lern- und
leistungsfähig. Zudem schaffen wir für die Kinder Freiräume und
Mitbestimmungsmöglichkeiten. Dadurch lernen sie, ihre eigene Meinung zu bilden,
Aufgaben zu übernehmen und Probleme selbstständig zu meistern. Selbstwertgefühl
ist eine wichtige Voraussetzung für Leistungs- und Durchsetzungsfähigkeit!
3. Kognitive Kompetenz
"Die Lust am Lernen, am Wahrnehmen und
Verstehen ist eine der ersten fundamentalen Erfahrungen, die sich das Kind
alleine, mit Gleichaltrigen oder Erwachsenen erhofft." Wir geben den Kindern
die Möglichkeit, alle ihre Sinne zu nutzen, um zahlreiche Eindrücke zu sammeln.
Dies geschieht durch vielfältige Angebote, wie z. B. Experimente, Gespräche
oder Exkursionen. Differenzierte Wahrnehmung befähigt dazu, Beobachtungen und
Erfahrungen zu ordnen, zu unterscheiden und beschreibend zu wiederholen. Dabei
können sich die Kinder altersgemäße Kenntnisse aneignen, das logische Denken
wird gefördert und das Gedächtnis trainiert. Durch Freiräume im sprachlichen,
musikalischen und künstlerischen Bereich regen wir die Kinder auch zu kreativem
Tun an. Lernen wird für die Kinder lustvoll, wenn Sinnzusammenhänge für die
Kinder erfahrbar werden!
4. Körperliche Kompetenz
Wir geben den Kindern viele Möglichkeiten zur
körperlichen Betätigung, z. B. durch Bewegungsbaustellen, Turnstunden oder das
Spielen im Garten. So können sie ihren Bewegungsdrang ausleben, körperliche
Fitness ausbilden und den Körper beherrschen lernen. Die Kinder erfahren in
unserem vielseitig gestalteten Tagesablauf körperlich und geistig anstrengende
pädagogische Angebote wie auch solche, bei denen sie sich wieder entspannen
können. So lernen die Kinder, Stress zu bewältigen. Wir bieten den Kindern auch
die Möglichkeit, grundlegende Hygienemaßnahmen, wie z. B. das Waschen der Hände
nach dem Toilettengang, selbständig zu erlernen. Für die Entwicklung jedes
Kindes ist es wichtig, motorische Kompetenzen zu erwerben, damit es
Verantwortung für die eigene Gesundheit und körperliches Wohlbefinden
übernehmen kann!
5. Soziale Kompetenz
Dazu gehört die Kontaktfähigkeit, Konfliktbewältigung sowie
die eigenen Interessen, Bedürfnisse und Wünsche äußern zu können. Die Kinder
haben bei uns die Gelegenheit, Beziehungen aufzubauen, die durch Sympathie und
gegenseitigen Respekt gekennzeichnet sind. Kinder nehmen gern spielerisch
verschiedene Rollen ein. Um zu lernen, wie andere Menschen sich verhalten und
fühlen, bieten wir den Kindern Möglichkeiten für Rollenspiele, z. B. in der
Familienecke oder im Bauplatz. So können sie das Verhalten von anderen Kindern
und Erwachsenen besser verstehen. Auch für das Erlernen von
Konfliktlösungsmethoden sind Rollenspiele sehr geeignet. Die Kinder erfahren
wie man die Verschärfung von Konflikten verhindert, wie man Kompromisse eingeht
und vieles mehr! Dabei lernen sie auch, altersgemäß zu kommunizieren und Gestik
und Mimik angemessen einzusetzen. Kommunikationsfähigkeit ist eine der
wichtigsten Kompetenzen für ein erfolgreiches Leben in unserer Gesellschaft!
6. Entwicklung von Normen und Werten
In der frühen Kindheit werden Werte und Normen verinnerlicht,
die das ganze spätere Leben prägen können. Wir vermitteln den Kindern
christliche und andere verfassungskonforme Werte und prüfen mit ihnen, welche
Bedeutung sie für das eigene Verhalten und Erleben haben. In unserer
multikulturellen Einrichtung treffen sich Kinder und Erwachsene aus
verschiedensten Kulturkreisen. Jedes Kind soll sich bei uns als einzigartiges
Individuum erleben, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht oder
Religionszugehörigkeit. In einer welt- und wertoffenen Gesellschaft ist es
unabdingbar, dass Kinder offen auf andere Personen mit deren Werten, Sitten und
Einstellungen zugehen.
7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme
Die Kinder lernen bei uns, dass sie selbst für
ihr Verhalten und Erleben verantwortlich sind. Hierfür ist es auch wichtig,
dass sie Sensibilität für alle Lebewesen und die natürlichen Lebensgrundlagen
entwickeln. So lernen die Kinder, inwieweit sie selbst etwas zum Schutz der
Umwelt und zum schonenden Umgang mit ihren Ressourcen beitragen können.
8. Kreativitäts- und Kommunikationserziehung
Es ist uns wichtig, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihr
Umfeld aktiv wahrzunehmen und vor allem zu begreifen. Kinder erfahren ihre Welt
durch Eigenaktivität, und ihr Wissen basiert zum größten Teil auf selber
gemachten Erfahrungen bei einer unmittelbaren Begegnung mit Gegenständen,
Objekten, Menschen, Tieren und Situationen. Wenn das Kind selber forschen,
experimentieren und entdecken kann, dann bietet dies die besten Erfolge beim
Lernen. Bei uns entdecken die Kinder die Freude am kreativen Tun, indem wir
Ihnen die Chance geben, verschiedene Materialien (Kleber, Schere, Papier,
Farben, etc...) zu verwenden und damit zu experimentieren. Wir versuchen –
soweit wie möglich – die Kinder bei Entwürfen mit einzubeziehen (z. B. großes
Wandbild). Dabei wird natürlich auch auf die Wünsche und Interessen der Kinder
geachtet. Da wir auf Schablonenarbeit weitgehend verzichten, sind die Aktionen
zum Teil mit mehr Zeit- und Arbeitsaufwand verbunden. Die Kinder planen,
konstruieren und kommunizieren selbstständiger, wodurch uns der
Entwicklungsstand transparenter wird. Da die Sprache im Kindergarten ein sehr
wichtiges Instrument ist, achten wir sehr darauf, sie im Miteinander zu
fördern. Für ein Kind ist es sehr wichtig, sich im Alltag mitteilen zu können
und verstanden zu werden (z. B. "Hilf mir beim Anziehen"). Um mit anderen in
Kontakt treten zu können, benutzt ein Kind die Sprache als Mittel, wie auch um
innere Abläufe und Empfindungen zu äußern. Beim Singen, bei Bewegungsspielen
und beim Betrachten von Bilderbüchern können sie all ihre Wünsche ausleben. Da
wir täglich einen Stuhlkreis machen, können sich auch dort die Kinder mit ihren
Eindrücken und Erlebnissen untereinander austauschen und mitteilen.
9. Ernährung und Gesundheitserziehung
Für die körperliche und geistige Entwicklung ist eine
ausgewogene Ernährung wichtig. Die wichtigste Mahlzeit am Tag ist das
Frühstück. Deshalb achten wir bei der Zusammenstellung der "Brotzeit" auf
Vollkornprodukte, Obst, Joghurt und Gemüse. Wir reichen den Kindern keine
Lebensmittel, die viel Zucker und Fett enthalten. Ausnahmefälle sind Feste oder
Geburtstage, an denen Ihr Kind auch Eis oder Kuchen mitbringen darf. Wir achten
darauf, dass unsere Kinder viel zu trinken bekommen; deshalb stehen ihnen
während des gesamten Tagesablaufs zuckerfreie Getränke zur Verfügung. Das
Frühstück wird täglich mit den Kindern zusammen zubereitet, und natürlich
gemeinsam gegessen. Das Mittagessen beziehen wir von einem Cateringservice, der
speziell für Kindereinrichtungen kocht. Auch diese Mahlzeit ist gesund und
vitaminreich und schmeckt den Kindern.
10. Bewegungs- und Sexualerziehung
In einer Zeit zunehmender Bewegungsarmut müssen
wir besonders dem Kind sein ursprüngliches Recht auf Bewegung und Spiel
sichern. Beim Laufen, Springen, Klettern, Schaukeln, Ball spielen und Turnen
etc. erlebt das Kind seine vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten sowie auch
Chancen, seine Umgebung zu erleben. Rhythmik und Musik sind ebenso Bestandteil
unserer Pädagogik. Beide motivieren die Kinder.Die gezielte Einübung einzelner
Lieder oder Übungen dient unter anderem dazu, Geschicklichkeit, Grob- und
Feinmotorik, Körper und Rhythmusgefühl zu erlernen. Falls Fragen zum Thema
Körper/ Sexualität von den Kindern gestellt werden, weichen wir nicht aus,
sondern bemühen uns, sie kindgerecht zu beantworten. Unterstützend dabei ist
Literatur zu diesen Themen wie „ Mein Körper gehört mir“. Gemeinsam mit einer
Erzieherin können dann daran die verschiedenen Punkte erörtert werden.
11. Freispiel
"Freispiel" bedeutet für uns Erzieherinnen die Bereitstellung
von (Spiel-) Material und Schaffung einer angenehmen Atmosphäre. Sobald die
Erzieherin mitspielt, vorliest o.ä. ist es ein gelenktes Spiel. Beide Formen
sind gleich wichtig und werden je nach Situation angewandt
(situationsorientierter Ansatz). Lernen im Alltag nimmt bei uns einen hohen
Stellenwert ein, da dies vielfältige Lernmöglichkeiten bietet. Die Angebote
sind freiwillig und jedes Kind kann entscheiden, ob es daran teilnehmen möchte.
Um Kinder besser einschätzen zu können und ihre Vorlieben zu kennen, setzt das
bei uns voraus, Kinder gut zu beobachten. Daraus kann man abschätzen, wann
Nachgiebigkeit und wann Konsequenz erforderlich sind. Kinder, die passiv sind,
können durch langsames Hinführen ermuntert werden, indem die Erzieherin bei der
Stärke des Einzelnen beginnt. In Ausnahmefällen (bei Kindern, die nur mit
Anleitung eines Erwachsenen zum Spiel kommen) scheint ein freiwilliger Zwang
nötig, wenn dadurch ermöglicht wird, dem unsicherem Kind z. B.
Erfolgserlebnisse zu verschaffen, zu denen es sonst nicht gelangt wäre. Warum
sind wir für ein offenes Freispiel? Kinder lernen selbst zu entscheiden, andere
Kinder kennen zu lernen (Sozialkompetenz), vielfältige Spielangebote nutzen zu
können. Wie frei dürfen die Kinder in unserem Kindergarten spielen?
Größtmögliche Freiheit, der Reife entsprechend, das ist uns wichtig. In jeder
Alterstufe verändert sich das Interesse für die angebotenen Spiele. Offenes
Freispiel heißt für uns, dass die Kinder die Zimmer und Spiele frei wählen
können. Die Aufgaben der Erzieherinnen während des Freispiels sind vielfältig:
-
Beobachten
-
Angebote
machen (Basteln, Vorlesen, etc...)
-
Konfliktlösungen
unterstützen
-
Spielpartner
sein
-
Schaffen
einer angenehmen Atmosphäre
-
Ganzheitliches
Lernen der Kinder ermöglichen
-
Bezugsperson
sein
-
Größtmögliche
Freiheit für die Kinder schaffen
12.
Beispiel für die Umsetzung unserer pädagogischen Arbeit
Beispiel Frühstück:
Gemeinsam mit den Kindern setzen wir uns in einem Besprechungskreis
zusammen und erörtern, was wir für unser Frühstück haben möchten und brauchen
und entscheiden dann, welche Vorgehensweise wir wählen. Anschließend gehen wir
mit den Kindern in die naheliegenden Geschäfte, um die für das Frühstück
notwendigen Lebensmittel einzukaufen. Dabei bieten wir den Kindern beim Einkauf
lediglich Hilfestellung. Am nächsten morgen bereiten die Kinder das Frühstück
(z. B. Brote, Müsli, Kaba und Weißbrot) zu, dabei achten wir auf die Hygiene.
Sie schneiden Gurke, Paprika, dekorieren Wurstteller, Obstteller, Brotteller
usw. Für die Kleinen werden die Brote von den Kindern bereits geschmiert,
belegt und dekoriert. Beim Tischdecken sowie abräumen helfen alle Kinder recht
fleißig mit, die Großen geben den Kleinen Hilfestellung und Unterstützung. Die
Kinder benennen die Lebensmittel, welche sie gewählt haben. Wir sprechen
während der Zu-, Vor- und Nachbereitung der Mahlzeit über die Herkunft,
Geschmacksrichtung und Eigenschaften der Speise.
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